Von der Schattenmühle nach Oberfischbach am Schluchsee. 18 km durch kühle Schluchten, dunkle Wälder und mit manchen Überraschungen.
Obwohl wir so dicht am Fluss stehen, wachen wir am Morgen trocken und behaglich in unserem Zelt auf. Wir sind wieder mal froh, dass wir ein Doppelwandzelt haben und das Salewa Sierra Leone II hat sich längst bezahlt gemacht.
Das kalte Wasser lässt nur eine Katzenwäsche zu und dann freuen wir uns auf das Frühstück. Es ist noch früh, erst halb acht und dementsprechend kühl ist der Morgen. Aber eine Tasse heißer Kaffee und zwei Scheiben Brot mit selbstgemachter Himbeermarmelade bringen uns schnell auf Touren. 
Sicher fragt sich der eine oder anderes, ob es sinnvoll ist, soviel Proviant mitzuschleppen. Das muss jeder für sich selbst beantworten, für uns jedoch gehört ein bisschen Luxus auch zum Trekking dazu und so tragen wir das eine oder andere Gramm zuviel mit Gleichmut.
Dann heißt es wieder „aufsatteln“ und meine 17 kg fühlen sich mittlerweile schon ganz entspannt an. Direkt vor uns zieht sich der Schluchtensteig in steilen Treppen den Waldhang empor.
Bis er dann in eine angenehm ebene Richtun
Das Räuberschlössle war eine kleine Felsenburg
Nun geht es weiter Richtung Westen und schon bald kommt das ehemalige Wasserkraftwerk Stallegg in das Blickfeld. Das Gebäude ist, nachdem es 1979 aufgegeben wurde, wieder hübsch hergerichtet und liegt idyllisch am Flussufer. Von hier wurde fast 100 Jahre lang der Strom für die Bierbrauerei derer zu Fürstenberg und das gleichnamige Schloss geliefert.

Jetzt wird es wieder steil und wir gehen über schattige Pfade immer der Wutach entlang. Oftmals ist der verwurzelte Pfad nur knapp einen halben Meter breit und wir müssen sorgsam auf unsere Schritte achten, da links von uns der Hang steil abfällt. So gehen wir schweigend, genießen die Ruhe und das filigrane Sonnenspiel in den Blättern.
Immer wieder bleibt Uli stehen und fotografiert, hinter
Was uns besonders gut gefällt, ist die Tatsache, dass der Wald ziemlich unberührt ist. Entwurzelte Bäume bleiben einfach sich selbst überlassen; liegen sie dummerweise quer über dem Weg, müssen wir halt selbst sehen, wie wir da weiter kommen. So hilft oft nur klettern.
Mittlerweile ist es bereits Mittag, die Sonne seht hoch und da wir an dem Zusammenfluss von Wutach und Haslach angekommen und alleine sind, nutzen wir die Gunst der Stunde für ein erfrischendes Bad. Herrlich, das weiche Wasser auf der Haut zu spüren und sich zu erfrischen.

Dieses Stück geht wirklich in die Beine und mein Rücken protestiert über die 17 Kilogramm zusätzlichem Gewicht. Vorbei an steilen Abhängen, über Holzstege und Wurzeln.
Aber dafür lohnt sich der Aufstieg! Eine Aussichtskanzel bietet einen Blick über die bereits zurückgelegte Strecke und über das dichte grüne Laubdach der Bäume. Hier wollen wir etwas verweilen. Es gibt Orte, die ziehen einen in den Bann, sind magisch. Und dieser Felsen hoch über der Haslach ist einer davon.

Doch erst geht es wieder einmal hoch, vorbei an einer Schautafel, die in anschaulicher Weise die Entstehung der Gesteinsformationen dieses Gebietes erklärt. Riesige Fels- und Gesteinsbrocken liegen am Wegrand und zeugen von der erdgeschichtlichen Vergangenheit dieser Gegend. Interessiert lesen wir die Hintergründe eines jeden Steins beziehungsweise der geologischer Formation.
Mittlerweile steht die Sonne schon tief und lange Schatten künden den Abend an. Zeit, einen Zeltplatz zu finden. Doch es geht immer weiter hinauf, vorbei an einer Kapelle und zwei großen Höfen.
Wir entdecken ein Hinweisschild – Käse und Joghurt zu verkaufen. Und tatsächlich, als wir fast oben am Waldrand angekommen sind, stehen wir vor einer Käserei. Ach, das ist ja der Besitzer vom Käsekästle, ruft Uli. Den kenne ich vom Markt in Emmendingen. Und tatsächlich, wir sind am Schwendehof und Christoph Schäfer, gelernter Landwirt mit Zusatzqualifikation als Käser, bewirtschaftet den 250 Jahre alten Hof seit dem Jahr 2000. Seit 2006 werden hier 70 Milchschafe gehalten und die Kuhmilch kommt vom Hierahof. Von beiden Betrieben wird die Milch in der Käserei zu verschiedenen Käse- und Milchprodukten verarbeitet – nach Biolandkriterien.















Schöner Bericht.
Lieber Wolfgang, danke, dass dir/euch unsere Berichte gefallen.
Viele Grüße Dagmar